RE: Spaniens Sparplan geht nicht auf

#46 von Oeconomicus , 23.04.2012 11:49

Spanien fällt zu Jahresbeginn in die Rezession

Spanien hat offiziellen Statistiken zufolge im vergangenen Jahr ein Haushaltsdefizit von 8,5 Prozent der Wirtschaftsleitung eingefahren. Das teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Montag in Brüssel mit. Damit bestätigten die europäischen Kontrolleure Angaben der neuen Madrider Regierung vom Februar, die Zweifel in der Europäischen Union (EU) ausgelöst hatten.

NZZ - 23.04.2012


dazu Phoenix Presseclub vom 22. April 2012 - "Erst Griechenland - jetzt Spanien. Neue Gefahr für unser Geld?"

Jörg Schönenborn diskutiert mit
Gemma Casadevall (Korrespondentin EFE)
Peter Ehrlich (Leiter des Brüsseler Büros Financial Times)
Cerstin Gammelin (EU-Korrespondentin Süddeutsche Zeitung)
Roland Tichy (Chefredakteur Wirtschaftswoche)


youtube - [56:29 Min]

Man heuchelt große Überrachung zur Rückkehr der Krise, Tichy versucht sich wie gewohnt in haltlosen Erklärungsversuchen, Cerstin Gammelin würgt politisch korrekt die spanische Journalistin nach Oberlehrer-Art ab
Gesamteindruck: für Einsteiger - eingiermaßen interessant - für Fortgeschrittene - kein Erkenntnisgewinn, daher verzichtbar


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Standard & Poor's stößt Spanien tiefer in die Krise

#47 von Oeconomicus , 27.04.2012 09:14

Herabstufung
Standard & Poor's stößt Spanien tiefer in die Krise


Spanien in der Krise. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des Landes herabgesetzt - und dies um gleich zwei Stufen.
Das macht sich sogar an den Börsen in Fernost bemerkbar.

Handelsblatt - 26.04.2012, 23:24 Uhr, aktualisiert 27.04., 07:03 Uhr

Die Leser-Kommentare

dazu Handelsblatt - 26.04.2012, 23:24 Uhr, aktualisiert 12:26 Uh

Die Leser-Kommentare

**

Hier mal der Versuch einer [sicher nicht vollständigen] Situationsbeschreibung:

Immobilien-Chaos
Mit etwa 1,5 Mio unverkäuflichen Immobilien und weiter fallenden Preisen hält das Land einen traurigen Rekord.
Zahlreiche Spanier haben in der Bau-Boom-Phase bei niedrigen Zinsen und rasant steigenden Preisen ohne Not in Zweit- und Drittwohnungen investiert.
Nachdem die Blase platzte, haben sich viele „eine blutige Nase“ geholt, wie man sowohl an den faulen Kreditengagements, als auch an dutzenden Geisterstädten erkennt.

Marode Banken
Nach der Immobilien-Zockerei haben die Banken erhebliche Probleme. Rund € 325 Mrd. an Immobilien-Krediten und deren Besicherung verlieren rasant an Wert. Es wäre keine Überraschung zu "gegebener Zeit" von weiteren, bislang geschickt versteckten milliardenschweren Kreditrisiken zu hören. Diese Einschätzung gilt nicht nur spanischen Banken und institionelle Anlegern.

hohe Arbeitslosigkeit
Aktuelle zahlen 5,7 Millionen arbeitslose Menschen (24,4%) weder Steuern noch Sozialabgaben, das Haushaltsdefizit wird dadurch weiter angeheizt. Die im Februar verabschiedete drastische Arbeitsmarktrefom führt unter anderem dazu, dass Entlassungen erheblich erleichtert werden.

Proteste gegen die Regierung
Durch die eingeleiteten Reformen hofft die Regierung, langfristig neue Jobs geschaffen werden. Denn Unternehmen stellen Mitarbeiter nur zögerlich an, wenn diesen nicht rasch wieder gekündigt werden kann. Die Gewerkschaften sind davon überzeugt, dass infolge der Reform noch mehr Arbeitsplätze vernichtet werden. Es erscheint zweifelhaft, ob mit solchen Maßnahmen mittelfristig neue Arbeitsplätze entstehen werden.

Folgen der Sparpakete
In einem Versuch, die Wirtschaft anzukurbeln, hat Spaniens Regierung Milliarden ausgegeben. Folgerichtig schnellte das Haushaltsdefizit in bisher unbekannte Höhen, was zwangsläufig der Wirtschaft erheblich schadet. Folge: tiefe Rezession!

"Klimawandel" und grüne Wirtschaft
Die sozialistischen Vorgängerder Rajoy-Administration versprach sich durch die knallharte Einschränkung der CO2-Emissionen eine Flut grüner Arbeitsplätze. Eine interne Einschätzung der heutigen Regierung zeigt das Gegenteil: Spaniens Energiepreise explodierten und durch die Regulierung gingen pro geschaffenen Arbeitsplatz zwei verloren.

Unternehmen sind nicht konkurrenzfähig
Spanien hat mit dem Eintritt ins Euroland auch dessen tiefes Zinsniveau geerbt. Das Wirtschaftswunder war auch Folge der expansiv wirkenden Geldpolitik. Das dadurch steigende Lohnniveau in Kombination mit der tiefen Produktivität hatte zur Folge, dass die Konkurrenzfähigkeit der Spanischen Produkte im Ausland stark sank.

Börsen auf Talfahrt
Die spanischen Aktienmärkte haben wegen der schwachen Wirtschaftslage seit Beginn des Jahres um mehr als 19 Prozent an Wert verloren.

Fazit:
Eine hübsche Motivation für andere Euro-Länder, dem spanischen Beispiel zu folgen ... oder etwa nicht?
Die Euro-Junkies werden große Mühe haben, weiterhin interessierte Zuhörer für ihre Märchenstunden zu finden.



***




Ergänzend, für die Fan's semantischer Polit-Akrobatik sei auf Illner's Talkrunde verwiesen.
Gäste:

Jürgen Stark (bis 2011 Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank) ... kam leider nicht ausreichend zu Wort und wurde ständig unterbrochen!


Steffen Kampeter (CDU - parlamentarischer Staatssekretär im FInanzministerium) ... nach meiner Wahrnehmung mit einer Lernkurve auf der NULL-Linie
Sigmar Gabriel (SPD-Vorsitzender) ... Kritiker des Merkel'schen Spardiktats und Protagonist von Eurobonds
Schon fast erwartungsgemäß brillierten beide Polit-Strategen mit faktenfreier Argumentation (von bösen Zungen auch "Geschwurbel" genannt)



Beatrice Weder di Mauro (Wirtschafts-Professorin und ehemaliges Mitglied der "Wirtschaftsweisen" - jetzt im Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS - Die blitzgescheite Ökonomin scheint während der Stationen ihrer Karriereleiter bei IWF, Weltbank, Universität der Vereinten Nationen in Tokio, Harvard University und Federal Reserve Board signifikante Kerninhalte ihrer eigenen Dissertation „Wirtschaft zwischen Anarchie und Rechtsstaat“ stellenweise "verdrängt" zu haben) ... schließt das Auseinanderbrechen der Währungsunion nicht aus und proklamiert noch höhere "Brandschutzmauern". Dabei blendet sie geflissentlich die desaströsen Wirkungen solcher Forderungen auf die Bevölkerung(en) aus!

Dirk Müller scheint nach meiner persönlichen Wahrnehmung seine bisherige Position als unbequemer Kritiker unseres Polit-Theaters zu verwässern und schlägt sich auf die Seite Merkel'scher Alternativlosigkeit, räumt allerdings ein, dass es aus seiner Sicht zur Bewältigung der Krise keinen Königsweg sondern nur unterschiedlich schmerzhafte Lösungen gäbe. Bis vor zwei Jahren reklamierte er noch lautstark ein sich steigerndes Demokratie-Defizit in Europa. Bei seinem gestrigen Auftritt war von dieser Position allerdings kaum etwas zu bemerken ... vielleicht hat er im Zuge der wenig zielführenden Wortgefechte einfach nicht daran gedacht. Wichtiger war ihm wohl, die Argumentation von S&P zum erneuten downgrading Spanien's aus einer ironischen Perspektive zu beleuchten [Stichwort: England behält die triple A Bewertung, weil das Land nicht Teil der Eurozone ist und durch die eigene Währungs-Souveränität den Turbulenzen mit Abwertungs-Strategien begegnen kann]


... zum nachlesen - ZDF: Aus für Merkels Spardiktat?
Die Talkshow (wohl eher Show als Talk) in der ZDF-Mediathek [63:04 Min]



Leser-Kommentare zur Sendung "Was ist der Euro noch wert?"


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Große Demonstrationen

#48 von Oeconomicus , 29.04.2012 17:55

Große Demonstrationen
Spanier protestieren gegen den Sparkurs

Spaniens Regierung will bei den Bildungsausgaben und im Gesundheitssektor drastisch sparen. Doch die Bevölkerung rebelliert: Nach Gewerkschaftsangaben sind am Sonntag rund 40.000 Demonstranten auf die Straße gegangen.

Handelsblatt - 29.04.2012, 17:40 Uhr

die Leser-Kommentare


Dazu die offiziellen Arbeitslosenzahlen seitens des



"Economically Active Population Survey (EAPS) - First quarter of 2012"

Main results

􀂾 Employment in the first quarter of 2012 registers a decrease of 374,300 persons, reaching a total of 17,433,200 employed persons. The interannual employment variation rate stands at –3.96%.

􀂾 The economically active population drops by 8,400 persons this quarter. The number of unemployed persons increases by 365,900 persons, the total number thus standing at 5,639,500.

􀂾 The unemployment rate grows 1.59 points, standing at 24.44%. In turn, the activity rate remains at 59.94%.

􀂾 The loss of employment is almost three times higher among men (278,300 less) than among women (96,000 less). Conversely, the loss of employment increases almost the same between men and women.

􀂾 All sectors record a reduction in the number of employed persons this quarter.

􀂾 Wage-earners with a permanent contract decrease by 138,400, and wageearners with a temporary contract do so by 279,600.

􀂾 The number of households with all of their active members unemployed increases by 153,400 this quarter, standing at 1,728,400.

􀂾 By Autonomous Community, the unemployment rate fluctuates between 13.55% in País Vasco and 33.17% in Andalucía. The activity rate fluctuates between 51.33%, recorded in Principado de Asturias, and 64.77%, registered in Illes Balears.


􀂾 Employment registers its greatest decreases in Andalucia, Cataluña and Comunitat Valenciana, and the greatest decrease in unemployment. Comunidad de Madrid was the only Autonomous Community that registers an increase in employment. The unemployment increases in all Autonomous Communities.


der komplette Presse-Text mit weiteren Detail-Infos [PDF - 16 Seiten]


dazu ein Kommentar von Marshall Auerback · April 30th, 2012

"Spain Is the New Greece"

Quelle: EconoMonitor


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Spanien macht die Grenze nach Frankreich dicht

#49 von Oeconomicus , 29.04.2012 21:41

Spanien macht die Grenze nach Frankreich dicht

Spanien schränkt die Reisefreiheit in Europa ein. Mit Kontrollen an der nördlichen Grenze soll die Einreise von potenziellen Krawalltouristen verhindert werden.

http://www.welt.de/politik/ausland/artic...eich-dicht.html

Jeder, der unsere Polit- und EZB-Strategen nicht heiss & innig lieb hat ist nun ein potenteller Krawall-Tourist .... und schon haben wir wieder eine tolle Geschäfts-Idee ... Ansteck-Button's mit der Aufschrift "Quo vadis, Krawall-Tourist?"


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RE: Spanien macht die Grenze nach Frankreich dicht

#50 von Dicky , 29.04.2012 22:52

Deckel drauf,
und im eigenen Saft schmoren lassen.

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Krise verschärft sich: S&P stuft 11 spanische Banken herab

#51 von Oeconomicus , 30.04.2012 10:19

Krise verschärft sich: S&P stuft 11 spanische Banken herab

Die Bonität der beiden Großbanken Banco Santander und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) wurde um zwei Stufen herabgesetzt hat. So besitzen etwa die langfristigen Schulden der Banco Santander und ihrer Tochter Banco Espanol de Credito S.A. nun die Note A- und die der BBVA die Note BBB+. Die Banca Civica, die erst kürzlich die Caixabank übernommen hat und die Banco de Sabadell wurden um eine Stufe auf BB+ herabgesetzt – das ist niedriger als die notwendige Bonität für ein Investment.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 30.04.12, 09:47 | Aktualisiert: 30.04.12, 10:06


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Betongold bedroht Spanien

#52 von Oeconomicus , 01.05.2012 20:33

Betongold bedroht Spanien

Die Angst um Spanien ist wieder da. Die Achillesferse ist dabei der Bankensektor des Landes, der unter den Folgen einer riesigen Immobilienblase ächzt. Dem einstigen Musterland der Eurozone drohen die Trümmer der Häuserblase auf die Füße fallen. Dabei kämpft das Land schon jetzt gegen die Rezession und ausufernde Schulden.

teleboerse - 30.04.2012

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Warum die gesamte Euro-Zone vor Spanien zittert

#53 von Oeconomicus , 01.05.2012 21:51

Warum die gesamte Euro-Zone vor Spanien zittert

Die Sparpolitik der spanischen Regierung zeigt keine Wirkung: Die Wirtschaft rutscht in die Rezession, Banken werden herabgestuft.
Die Euro-Zone fürchtet, dass der Rettungsschirm einspringen muss.

WELT - 01.Mai 2012

Interessant, welche Kommentare die Welt mittlerweile wieder unzensiert zulässt. Vor einigen Wochen war dies noch anders!


dazu:

ILO attestiert Sparpaketen zerstörerische Auswirkung

WELT - 30.04.2012

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Spanien bespricht Bad Bank mit Großinstituten

#54 von Oeconomicus , 02.05.2012 18:18

Entsorgung der Altlasten
Spanien bespricht Bad Bank mit Großinstituten


Spanien sucht den Befreiungsschlag für den angeschlagenen Finanzsektor. Der Plan: Eine Bad Bank, in die die Giftpapiere der Institute entsorgt werden. Helfen sollen dabei drei große Investmentbanken.

Handelsblatt - 02.05.2012, 15:02 Uhr

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RE: Spanien bespricht Bad Bank mit Großinstituten

#55 von Dicky , 03.05.2012 00:26

Die Investmentbank möchte ich sehen, die den spanischen Banken Giftpapiere abkauft.
Selbst der schäbigste Hedgefond investiert nicht mehr in Spanien. Es war ja aber auch abzusehen, dass die Hypothekenbanken nach dem Wertverlust der Immobilien kaputt gehen mussten. Denn die meisten Kredite wurden zu 100% finanziert, waren Immobilien doch jahrzehntelang eine sichere und wertsteigernde Anlage.

Und nun sind diese "sicheren" Anlagen kaum noch die Hälfte wert und damit die Sicherheiten für die Banken futsch.

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Spanischer Dienstleistungs-Sektor bricht ein

#56 von Oeconomicus , 05.05.2012 07:12

Spanischer Dienstleistungs-Sektor bricht ein

Ähnlich wie in Italien sanken in Spanien die Geschäftstätigkeit und die Neuaufträge im Dienstleistungssektor deutlich ab. Die Beschäftigung in diesem Sektor fiel den 50. Monat in Folge.

Deutsche Mittelstands Nachrichten | 05.05.12, 01:50

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RE: Spanischer Dienstleistungs-Sektor bricht ein

#57 von Dicky , 05.05.2012 17:18

Und die Korruption blüht

Wie war das gleich wieder mit der obersten Politikermaxime?
Richtig: Wieder gewählt werden ist der Leitsatz.

Aber wieso in diesen schlechten Zeiten? Müssen denn nicht gerade jetzt die Politiker fürchten, für alle Missstände verantwortlich gemacht zu werden (zumal sie auch größtenteils daran Schuld haben)? Müssten sie sich nicht gerade deshalb lieber auf die Oppositionsbänke verkrümeln?
So könnte man doch denken.
Stattdessen wollen die Alle an die Regierung, um das Volk freilich zu retten. Ausgerechnet die, die das Volk in die Scheiße geritten haben (s. Griechenland u.a.). Ist das nicht merkwürdig?

Mitnichten! Firmen kratzen am Existenzminimum und buhlen um Aufträge um jeden Preis. Und dieser Preis heißt nicht unbedingt billig zu sein, sondern am besten zu schmieren. Wer einmal den Politladen von innen betrachtet hat (wie der Verfasser), weiß, wie das geht:

Von drei scheinbar unabhängigen Geboten aus Ausschreibungen wird das billigste gewählt. Nur dass sich die glorreichen Drei schon lange gut kennen, weiß nur der Auitraggeber. Turnusmäßig ist immer einer der billigste. Andere Anbieter werden mit getürkten Ausschreibungen gelinkt (Sand- statt Steinboden bei Tiefbauarbeiten, Schichtenwasser im lehmigen Grund wird zu Sickerwasser im Sandboden usw.). Tja und dann - Jeder kennt es - steigen die Baukosten immer so rasant während der Bauphase an, da lässt sich an den Gutachtern ja nochmal absahnen, obwohl die nur Bekanntes zum x-ten Male begutachten, aber 20 Meter daneben könnte ja eine Wasserader liegen. Nur diese Gutachter kosten halt auch wieder Geld. Und schließlich muss ja der Gewinn so hoch sein, dass nach Steuern noch genug BAT (bar auf Tatze) übrig bleibt, dass der Auftragnehmer noch seine Arbeiter und Angestellten bezahlen kann.

Und da die Zeiten so schlecht sind, buhlen die Firmen mit immer höherem BAT um die Aufträge, Hauptsache Cashflow.
Und genau das wissen auch die Politiker, die möglichst in einer Wahlperiode ihre Schäfchen im Trockenen haben müssen.

Ob das die Wähler auch wissen?

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RE: Spanischer Dienstleistungs-Sektor bricht ein

#58 von Oeconomicus , 05.05.2012 22:19

@Dicky

sehr guter Beitrag, herzlichen Dank dafür, ich werde zu einem späteren Zeitpunkt gerne darauf zurückkommen.

Im Moment bin ich mit dem heutigen Statement von Prof. Barin im HB beschäftigt, das ich in wenigen Minuten online stellen werde.

Schönes WE
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Spanien verliert Bonität, wird vom Kapitalmarkt abgeschnitten

#59 von Oeconomicus , 10.05.2012 19:01

Roubini: Spanien verliert Bonität, wird vom Kapitalmarkt abgeschnitten

Für Nouriel Roubini ist die Eurozone ein sich „langsam bewegendes Zugwrack“. Er geht davon aus, dass Spanien Ende des Jahres keinen Zugang mehr zum Anleihenmarkt haben wird – ein Bailout wäre die Folge. Griechenland indes werde spätestens im nächsten Jahr den Euro verlassen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 10.05.12, 14:32 | Aktualisiert: 10.05.12, 16:39 | 7 Kommentare

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RE: Spanien verliert Bonität, wird vom Kapitalmarkt abgeschnitten

#60 von Dicky , 10.05.2012 23:36

Es hat ja immer so schön geklappt...

...mit dem Schuldenmachen. Ein Staat hat immer Kredit, hieß es; denn als Sicherheit stehe ja der Steuerzahler dahinter: Diese Zeiten sind nun vorbei; denn die Märkte sind hellhörig geworden, wenn durch Arbeitslosigkeit die Steuerzahler zu Almosenempfängern werden und "negative" Steuern zahlen.

Staatsanleihen von klassischen Schuldenländern werden auf den Auktionen nur noch Ramschwerte erreichen. Keine Armee dieser Welt wird Anleger dazu zwingen können, solche Obligationen zu erwerben. Anleger stürzen sich lieber auf neue Aktien z.B. von Facebook, da steckt doch mehr Musik drin.

Es ist irgendwie ähnlich wie bei einer Fußballmannschaft, die in der zweiten Halbzeit zwei unerwartete Tore kassiert hat (wie soeben Hertha): Da kippt die Stimmung und der Mut sinkt. Keiner glaubt mehr an einen Sieg. So ist schon immer viel Psychologie im Spiel gewesen, wenn die Gerüchteküche brodelt, da hilft auch kein Rettungsschirm mehr; denn der ist nicht unermesslich. Immer nur die Notenpressen anwerfen führt zu einer Flucht in stabilere Währungen: oder eben in Sachwerte.

Und der Geldmarkt ist leergefegt, wenn man glaubt, ohne Leistung Wertschöpfung betreiben zu können. Andere Länder mit höherer Produktivität werden belagert, gemeinschaftlichen Bonds zuzustimmen, was zu gut deutsch heißt: Schenk mir Geld, gib mir was von Deiner Bonität.

Ich sehe schon auf den Ramblas in Spanien die Suppenküchen dampfen mit endlosen Schlangen von Arbeitslosen. Und die letzten Touristen fliegen mit geliehenem Geld aus der Botschaft nach Hause, weil man ihnen das Auto samt Wertsachen geklaut hat.

Hauptsache der König hat seine Mätressen.

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