Italien und die zu erwartenden Krisenfolgen

#1 von Oeconomicus , 31.01.2012 18:26

Hinsichtlich der Schulden-, Finanz- und Politikkrisen wird sich nach meiner Wahrnehmung der Focus des mainstreams auf Italien ausweiten.

Wir sollten uns daher etwas intensiver mit Italien und den Wechselwirkungen der aktuellen Krisen auf EU und D auseinandersetzen.

Als Einstieg in diesen Themenkomplex möchte ich sehr gerne einen Aufsatz von Prof. Dr. Hannelore Eva Kreisky mit dem Titel
"Omerta - eine Geschichte des Schweigens - Im Rahmen des Themenschwerpunkts:
Schweigepflicht von Mafia und staatliches Geheimnis im Vergleich"

http://evakreisky.at/onlinetexte/omerta.pdf

zur Kenntnis bringen.

Freue mich auf den Diskurs

beste Grüsse

Ihr Oeconomicus


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Organisiertes Verbrechen: die Kriminalität im 3. Jahrtausend

#2 von Oeconomicus , 31.01.2012 18:28

Organisiertes Verbrechen: die Kriminalität im 3. Jahrtausend

Roberto Scarpinato
Sendezeit: So. 24.10.2010, 8.00h

http://mediaserver.planet-schule.de/data...et_3jt_dual.mp4

(44 Minuten, die spannende Erkenntnisse zur Kehrseite einer globalisierten Welt aufzeigen können)

Zum Vortrag

Eine Kehrseite der globalisierten Welt ist die Verbreitung grenzüberschreitender Organisierter Kriminalität.

Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Fall der Berliner Mauer machten sich die Akteure des Organisierten Verbrechens die neuen politischen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen zunutze, um transnationale Netzwerke aufzubauen.

Dabei geht es inzwischen längst nicht mehr nur um Waffenschmuggel, Frauenhandel oder Drogengeschäfte.

Von der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen, sickert die Organisierte Kriminalität in fast alle Lebensbereiche ein.
Schätzungen zufolge stammen etwa 20 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts aus kriminellen Aktivitäten.

Verhaftet in den Grenzen ihrer jeweiligen territorialen Souveränität, vermögen es die Staaten nicht mehr, die global agierende Wirtschaft zu kontrollieren.

Private Interessen gewinnen immer mehr Einfluss auch auf politische Entscheidungen.

Der Themenschwerpunkt beschreibt die Entstehung und die in verschiedenen Ländern unterschiedlichen Ausprägungen dieses Phänomens.

Er möchte die Wahrnehmung für die Komplexität eines der größten Probleme unserer Zeit schärfen.

Zur Person
Roberto Scarpinato wurde 1952 in Caltanissetta/Sizilien geboren. Er ist leitender Oberstaatsanwalt der Anti-Mafia-Direktion in Palermo.
Sein Vater war Richter, der sich bereits gegen die Mafia eingesetzt hatte. Scarpinato studierte selbst Jura in Catania und war ab 1977 einige Jahre als Richter in Rom tätig.
Ab 1988 arbeitete er mit den Richtern Giovanni Falcone und Paolo Borsellino zusammen, die 1992 von der Mafia ermordet wurden.
Er wurde stellvertretender Generalstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft in Palermo, wo er an zahlreichen Mafia-Prozessen beteiligt war.
Die Ermordung des Präsidenten der Region Siciliana Piersanti Mattarella und des palermitanischen Polizeichefs Carlo Alberto Dalla Chiesa zählten zu seinen Fällen.
Im Prozess gegen den siebenmaligen italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti trat Scarpinato als Chefankläger auf.
Scarpinato beschäftigt sich insbesondere mit der Verbindung der Mafia zu Politik und Wirtschaft.
Da Scarpinato vehement gegen die Mafia vorgeht, steht er seit 1989 unter strengem Personenschutz und kann sich nicht mehr frei in der Öffentlichkeit bewegen.
Er entging bereits vier Attentaten.

Ausgewählte Veröffentlichungen
Il ritorno del principe (zus. mit Saverio Lodato). Chiarelettere Verlag, 2008
Julia Kospach: Die Mafia vergisst nicht. Interview mit Roberto Scarpinato.
Berliner Zeitung, 18. November 2006, abgerufen am 28. August 2009
Petra Reski: Mafia. Kreislauf des Schweigens. Interview mit Roberto Scarpinato
( http://www.zeit.de/2008/07/Interview-Scarpinato )
ZEIT ONLINE, 7. Februar 2008, abgerufen am 28. August 2009

Dazu ein fr-online Interview mit Roberto Scarpinato

http://www.fr-online.de/debatte/die-mafi...40,2796220.html

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Italien: news update

#3 von Oeconomicus , 31.01.2012 18:58

Italien-Streik: Gemüsepreise explodieren, Panik-Käufe in Rom
http://www.deutsche-mittelstands-nachric.../2012/01/36970/

.

Italien-Streik: Monti knickt ein, Mautgebühren werden gesenkt
http://www.deutsche-mittelstands-nachric.../2012/01/36961/

.

Italienische Lega Nord will Abspaltung Träumen von einem neuen Staat
http://www.sueddeutsche.de/politik/itali...staat-1.1267475

.

und morgen sicher auch in der deutschsprachigen Presse zu lesen

Bossi hat Berlusconi aufgefordert, die Regierung Monti gemeinsam zu stürzen.

Das wäre eine feine Sache, aber Berlusconi ist geimpft und sagt Nein.
Also beschimpft Bossi ihn offiziell als "mezza cartucchia" - frei übersetzt mit "halbe Patrone", wir sagen auch Fehlzünder oder Blindgänger dazu..

http://www.corriere.it/politica/12_genna...92fb91505.shtml

.

Italiens Millionäre: Volkssport Steuerbetrug

Nicht nur in Griechenland, auch in Italien zahlen viele Millionäre bislang keinen Cent Steuern.

.

Leviten lesen auf Italienisch

Lange war Deutschland in Italien als Besserwisser verflucht, aber als Klassenerster respektiert. Mit dem Antritt des korrekten Herrn Monti ändert sich das, und “La Merkel” wird sich an einige Lektionen aus Rom gewöhnen müssen.
Auszüge:

http://www.presseurop.eu/de/content/arti...auf-italienisch

.


Jetzt haben die italienischen Finanzämter Tausende reiche Steuerbetrüger entlarvt und ihre Tricks verraten:
Ein Lehrbuch für kriminelle Phantasie.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...,811486,00.html

.

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Italienier bringen ihre Vermögenswerte zunehmend in die Schweiz

#4 von Oeconomicus , 31.01.2012 19:18

«Wegen abnormer Anfragenflut mieten Schweizer Banken Hotelschliessfächer»

Laut dem obersten Steuerfahnder Italiens herrscht im Tessin bald Tresor-Notstand – weil so viele Landsleute ihr Vermögen in die Schweiz bringen.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/euro.../story/13883662

Ein Schelm, wer da an baldige Kapitalverkehrskontrollen denkt? Was meinen Sie?

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Italien soll sich auf Wachstum konzentrieren

#5 von Oeconomicus , 02.02.2012 08:12

Der Erfolg oder Misserfolg des Euro hänge vom Erfolg oder Misserfolg Italiens ab, erklärt die Ratingagentur Fitch.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/eur...ieren-?from=rss

Da haben wir sie wieder, eine der Lieblingsvokabeln halluzinogener Euromescalin-Abhängiger: Wachstum, unendliches Wachstum!

Die Belege für dieses Hirngespinst erleben wir doch täglich in unserem direkten Umfeld. Oder haben Sie etwa keine viereinhalb Meter großen Nachbarn, oder die Blautanne im Garten mit den roten Blinklichtern in der 333 Meter hohen Baumkrone.

In unserem Tagebucheintrag vom 2. Sept. 2011 haben wir uns u.a. mit den drei gängigsten Methoden, Wachstum zu generieren, beschäftigt

http://www.fortunanetz.de/kbeobacht/2011/September/Sep02.php

In diesem Sinne wünschen wir Herrn Mario Monti und seinen Auftraggebern ein fröhliches, wachstumsgenerierendes forza Italia!


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RE: Italien soll sich auf Wachstum konzentrieren

#6 von lacrima , 02.02.2012 18:46

Wachstum ,nur des Wachstums wegen ,damit Arbeitsplätze geschaffen werden, haben in meinen Augen keinen langen Bestand,denn was nützt Wachstum ,wenn die (noch) in Lohn und Brot stehenden Menschen diese produzierten Waren nicht kaufen können ?

Ich las gerade vor ein paar Tagen einen Artikel über die subventionsgefördert deutsche Milchwirtschaft und ich möchte Euch Auszüge aus diesem Artikel nicht vorenthalten :

http://bdm-verband.org/html/index.php?mo...display&sid=230


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Unterstützung für Monti und zunehmender Druck auf Berlin

#7 von Oeconomicus , 02.02.2012 21:49

Schützenhilfe für Mario Monti:
Nach dem italienischen Premier fordert auch die Industrieländerorganisation OECD eine Verdopplung des Euro-Rettungsfonds.
Ein Bericht empfiehlt außerdem, dem EFSF eine Banklizenz zu erteilen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...,813033,00.html

Da werden sich die Backerbläser der Blockparteien im Bundeskasperl-Theater, die sich längst als populistische "Ökonomie-Versteher" geoutet haben, sicher freuen!

Irgendwie verstärkt sich das Gefühl, dass es für die Ökonomie-Zombies unserer Tage (und nicht nur in Deutschland) Zeit wird sich neue Völker zu wählen!

Wer gestern zufällig das Interview mit Mario Monti im Fernsehkanal von Mediaset gesehen hat,

Zitat Monti:
""Die Jugend muss sich daran gewöhnen, keinen festen Arbeitsplatz in ihrem Leben zu haben: wir sollten auch sagen, daß es langweilig ist, einen Job zu haben. Veränderung ist schön."

kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus!

Der "Königsmacher" Monti's, Staatspräsident Napolitano meinte gar am 31.1. zu den aktuellen Statistiken zur Jugendarbeitslosigkeit in Italien (31%), man müsse jetzt "andere Masstäbe für Wohlstand entwickeln".

Wieso komme ich jetzt nur auf Marie Antoinette, der man den Ausspruch an ihre hungernden Landsleute zur Zeit der französischen Revolution zuschreibt, "wer sich kein Brot leisten kann, mag Kuchen essen" (?)

nachdenkliche Grüsse

Ihr Oeconomicus


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RE: Italien und die zu erwartenden Krisenfolgen

#8 von haenschen , 03.02.2012 11:57

Ich sehe in dem Artikel nichts, wo verglichen wird zwischen staatlichem Geheimnisverrat und mafiöser Omerta. Bisher fiel mir jedenfalls noch nichts auf. Vielmehr scheint die These zu sein, dass Diktaturen (Kommunisten, Faschisten, etc.) die Mafia erfolgreich in Schach hielten, einfach weil sie keine Gewaltenteilung haben. In Italien hingegen kam es dergestalt zu einem Desaster, dass die Mafia sich die Politiker kaufte, und diese sich auch nicht wehren konnte, da sie (wie an einigen Beispielen belegt) nicht die Mittel hatten, den Erfolg der Mafia zu verhindern.

Zusammen genommen mit dem nachfolgenden Artikel des italienischen Staatsanwaltes wird aber ein rundes Bild daraus: Seine Hauptthese ist nämlich, dass die Mafia NUR deshalb so erfolgreich ist, weil es weltweit einen enormen Bedarf an Waffen, Arbeitssklaven, Sexsklavinnen und Drogen gibt. Es ist ein Bedarf, der aber sehr wohl auch durch die Politik erst erzeugt wird, insbesondere durch den sogenannten Staat. Der Bedarf an billigen Arbeitssklaven ist Ausdruck von Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft. Der wird auch erzeugt durch unfaire Wirtschaftspraktiken und unfairen Wettbewerb. Man sehe sich doch nur die Karawanen an "wandernden Unternehemen" an, die immer weiter ziehen um noch günstigere Arbeitskräfte zu bekommen. Am Ende dieser Kette hilft dann gerne die Mafia, da kriegst du es dann ganz billich! Sexsklavinnen gibt es, weil staatlicherseit die Prostitution illegal gemacht wird. Das ermöglicht dann den Einsatz der Sexsklavinnen, es findet eh das Meiste im Dunkeln statt. Die Frauen werden dann halt so lange geschlagen, bis sie "funktionieren"... das Geld verdienen aber Andere. Es gibt hier in Europa 2 Modelle, die es geschafft haben, den Bedarf an Sexsklavinnen drastisch zu reduzieren:

1. Niederlande: Dort ist Prostitution ein Beruf und steht nicht unter Strafe.
2. Schweden: Sie haben zwar einerseits die Prostituion legalisiert. Geht eine Prostituierte zur Polizei um sich zu beschweren, muss sie nicht mit Problemen rechnen.... Andererseits haben die Schweden die Anfrage nach Prostitution unter Strafe gestellt. Also man darf sie anbieten aber man darf nicht hin gehen. ;) So bleiben dann die Kunden aus und die Mafia sieht darin einfach kein Millionengeschäft mehr.

Bei Drogen ist es derselbe Käse. Sie sind illegal, was deren Kauf zu einem wahren El Dorado der Mafia macht. Hier sind es wieder die Niederlande, die es legalisiert haben. Das Resultat ist, dass die Preise einbrechen, die Mafia weg bleibt und die Beschaffungskriminalität massiv zurück geht. Die Drogenabhängigen wollen ja eigentlich niemanden überfallen, sondern nur ihren Stoff bekommen.

So gesehen macht es ein rundes Bild. Omerta und Geheimhaltung beim Staat können und werden nicht verglichen. Aber die "Kumpanei" Beider sieht man an der Gesetzgebung, an der Erzeugung von Bedarfen aller Art und an der Ohnmacht des bürgerlichen Staates, sich einer totalitären Organisation erfolgreich entgegen zu stellen.

Meint

Hänschen

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Montis Regierung als Vorbild für den ganzen Westen?

#9 von Oeconomicus , 08.02.2012 07:22

Auszüge und Zitate aus dem Beitrag von Nathan Gardels:

http://www.welt.de/debatte/kommentare/ar...zen-Westen.html

"Das italienische Experiment ist wegweisend. Roms 'technokratischem Kabinett' kann gutes Regieren eher gelingen als einer von Wahl zu Wahl hechelnden Politik."

"Direkte Demokratie statt repräsentativer kann aber in diesem Falle auch nicht die Lösung sein. Denn dann bestünden die Rentner weiter auf ihren Pensionen – wohl wissend, dass der italienische Haushalt das nicht leisten kann."


Statt eigenen Bemerkungen zur Sache, nachfolgend ein Zitat aus einem der Kommentare zum Artikel:

"Der künftige ESM-Gouverneurs-Rat wird uns Bürger vor allem vor UNS selbst schützen. Die Freiheit Europas und jene die damit Geld verdienen ist wichtiger als die Freiheit der Einzelnen."

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34 italienischen Banken herabgestuft

#10 von Oeconomicus , 11.02.2012 08:08

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit von 34 italienischen Banken herabgestuft.
Betroffen sind unter anderem die UniCredit sowie Banco Popolare und Intesa Sanpaolo.

http://www.blick.ch/news/wirtschaft/stan...-id1763314.html

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Italien ist Immobilieninvestoren nichts mehr wert

#11 von Oeconomicus , 12.02.2012 06:53

Auf dem Häusermarkt vertieft sich das Nord-Süd-Gefälle: Investoren flüchten in deutsche Immobilien, das Interesse an Südeuropa bricht ein.

Die Euro-Krise erfasst nun auch die Gewerbeimmobilienmärkte des Kontinents. Aus Angst vor einem Zerfall der Währungsgemeinschaft und vor einem Konjunktureinbruch in den südeuropäischen Schuldenstaaten scheuen Investoren zunehmend vor Engagements in Ländern wie Italien und Portugal zurück.

http://www.welt.de/finanzen/immobilien/a...-mehr-wert.html

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China will keine Italien-Anleihen kaufen

#12 von Oeconomicus , 13.02.2012 10:49

Industrielle Projekte sind für den Staatsfonds CIC attraktivere Investment-Gelegenheiten als europäische Staatsanleihen.
Ein Rückschlag für Angela Merkels Werben um mehr chinesisches Engagement in Europa.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/fon...en/6202616.html

Warum eigentlich diese Überraschung?
Unsere große Vorsitzende merkt doch ehe nix.
Vor allem kapiert sie nicht, dass die Chinesen längst das von ihr noch befeuerte Ponzi-System durchschaut haben.

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Interview with Mario Monti

#13 von Oeconomicus , 14.02.2012 08:36

Italian Prime Minister Mario Monti talks about reforming Italian politics and society and getting out of the euro crisis with a stronger Europe.

http://www.time.com/time/video/player/0,...2106444,00.html

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Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch

#14 von Oeconomicus , 03.03.2012 10:34

Italien befindet sich in einer Rezession:
Die Wirtschaft schrumpft und die Arbeitslosigkeit nimmt dramatisch zu – vor allem unter den Jugendlichen. Um seinen Wachstumsplan zur Liberalisierung des Dienstleistungssektors durchzusetzen, will Mario Monti nun die Vertrauensfrage stellen.

http://www.deutsche-mittelstands-nachric.../2012/03/39042/

dazu Auszug aus den Kommentaren:


"Wachstum im Dienstleistungssektor!? Was für ein Schwachsinn!
Wie im deindustrialisierten Amerika oder UK wurde und schon vor Augen geführt, dass ohne produzierende oder verabeitende Industrie kein Staat (für alle) zu machen ist. Kein Land kann immer nur von Dienstleistungen leben, zumal das auch noch der Sektor ist, der in Deutschland die Leih- und Zeitarbeit/Niedriglohnsektor erst so wuchern ließ.
Wie wäre es, wenn endlich mal einer der angeblichen Experten zugibt, dass durch fehlendes produzierendes und verarbeitendes Gewerbe der Markt/die Wirtschaft zum Erliegen kommt?
Ganze Landstriche in Europa sind auch bereist fern von jeglicher anständigen Wirtschaftsgrundlage. Nur noch Großkonzerne bestimmen das Geschehen zum Wohle der selbsternannten “Eliten”. "

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Deutschland und Italien setzen auf Wachstum

#15 von Oeconomicus , 14.03.2012 08:43

Deutschland und Italien setzen auf Wachstum

Die EU-Staaten müssen ihre Schulden in den Griff bekommen. Gleichzeitig soll aber auch die Konjunktur angekurbelt werden, betonen Italiens Regierungschef Monti und Kanzlerin Merkel unisono.

Die Europäische Union muss sich nach Einschätzung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti auf das Wirtschaftswachstum konzentrieren. Dieses verdiene genauso viel Aufmerksamkeit wie die Schuldenkrise, sagte Monti bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Rom.

http://www.dw.de/dw/article/0,,15807299,...de-all-1119-rdf

Ich bin mir nicht sicher ob ich die dargestellten Wachstumsphantasien belächeln oder beweinen soll. Vielleicht sollte ich aber allen Polit-Strategen die eigenen Träume gönnen, denn "Träume werden dem gewährt, den die Götter vernichten wollen" ..... sagt bereits ein altes griechisches Sprichwort.

Dem Großteil unserer LeserINNen dürfte längst klar sein, dass Wirtschaftswachstum kein perpetuum mobile sein kann.

Das generieren von Wirtschaftswachstum findet im wesentlichen durch Innovationen, Wiederaufbau nach Zerstörungen (Beispiel Kriege, Abwrack-Strategien, etc.) aber auch durch Kartelle, Obsoleszens (Redesign von langlebigen Wirtschaftsgütern mit dem Ziel deren Lebensdauer zu verkürzen), oder bahnbrechenden Erfindungen, die unser aller Leben erleichtern und verbilligen würden und deshalb in der Versenkung verschwinden, statt.

Hierzu einige Beispiele und Video-Dokumente


http://www.fortunanetz.de/kbeobacht/2011/September/Sep02.php

Was die Ankurbelung der Konjunktur anbelangt, so bleiben die Polit-Strategen die Erklärung schuldig, mit welchen konkreten Maßnahmen genau dies geschehen soll. In einer Welt zunehmender Verarmung weiter Bevölkerungsteile und Ausplünderung des Mittelstandes sind i.d.R. keine Mittel da, die eine wie auch immer vorstellbare Binnenkonjunktur befeuern könnte!


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