zurück zur D-Mark?

#1 von Oeconomicus , 10.06.2012 15:53

Bei meinen speziellen Freunden von Welt-Online beschäftigen sich die Autoren Jörg Eigendorf und Tobias Kaiser mit den angeblich enormen Kosten für unser Land, die bei einem Ausstieg aus dem Euro anfallen würden.

Bereits die reisserische Headline dieses Pseudo-Kunstwerkes
"Die gigantischen Verluste bei der Rückkehr zur D-Mark"
ist darauf angelegt, Ängste zu schüren.

Auf dieser fortunanetz-Seite habe ich das Traktat ausführlich kommentiert.


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RE: zurück zur D-Mark?

#2 von Oeconomicus , 16.06.2012 05:43

Zschaber zündelt
Eine neue Deutsche Mark ist keine Lösung


Aktuelle Umfragen zeigen mehr denn je:
Die Deutschen möchten ihre geliebte D-Mark zurück und der Euro-Zone lieber heute als morgen den Rücken kehren. Doch der Zerfall der Währungsunion hätte unberechenbare Folgen.

Handelsblatt - 15.06.2012, 11:47 Uhr - Kommentare

meine Bewertung zu diesem Traktat:

Politisch korrekt vergißt dieser EX-perte ... die Schuldenquote Deutschlands im Verhältnis zum BIP liegt bei Berücksichtigung aller vorliegenden Fakten bereits heute bei 139,8% (!)

In absoluten Zahlen ausgedrückt liegen die expliziten Staatsschulden [Bund, Länder, Kommunen] zuzgl. der Schulden, die in Schattenhaushalten [wie etwa Altschulden für die Treuhandanstalt, HRE- und Commerzbank-Engagement, Verpflichtungen aus PPP-Geschäften, etc.] und allen begebenen hochrisikanten Garantien & Bürgschaften [EZB, EIB, KFW, EU-Stabilitätsfonds, Target-II, Anteil am EU-Budget] mittlerweile bei US$ 5358 Mrd., also etwa € 4250 Mrd.(!)

Die Aufschlüsselung der einzelnen Summen findet sich hier, wobei der Target-II-Saldo noch mit € 656 Mrd. [per Ende Mai sind daraus € 699 Mrd. geworden] angegeben ist.

Schon fast erwartungsgemäß verzichtet Herr Zschaber darauf, die Aufwertungs-Effekte einer D-Mark 2.0 zu beleuchten:

Geht man nun von einer Aufwertung der D-Mark 2.0 gegenüber dem Rest-Euro von 40% aus, ergibt sich ein Aufwertungs-Windfall von etwa € 1700 Mrd. mit dem der Totalverlust aus Target-II Forderungen von € 700 Mrd. locker abgedeckt werden könnte. Per Saldo stünden also noch ca.€ 1000 Mrd. an Aufwertungserträgen zur Disposition.

In der Folge würden all unsere Einfuhren, insbesondere Öl- und Gasimporte deutlich günstiger, was letztlich auch vermeintliche Sorgen um unsere Export-Industrie dämpfen dürfte.

Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass der Zulieferer-Anteil unserer Export-Konzerne (branchenabhängig) bei bis zu 60% liegt und sich ein überwiegender Teil der Produktionsstandorte dieser Unternehmen ausserhalb Deutschlands befindet [mit anderen Worten ausserhalb der D-Mark-Zone].

Das vorsorgliche Jammern über vermeintliche Währungsnachteile unserer Export-Industrie ähnelt der Gespenster-Debatte aus dem Jahr 1969:

Karl Schiller setzte damals gegen heftigste Proteste von CDU und Franz Josef Strauss eine DM-Aufwertung um 8,5% durch, ohne dass dies zu signifikanten Export-Einbußen führte.

An der Stelle stellt sich manchmal die Frage, ob unsere von sich so überzeugten Granden, die sich das Stimmungsbild der Menschen gerade schweigend aus intellektuellen Schützengräben ansehen, während ihrer Studienzeit bei den Vorlesungen zu Wirtschaftsgeschichte und Politologie virtuelles Heizölhacken geübt haben?

Die DM 2.0 könnte nicht nur unsere Binnenkonjunktur befeuern, sondern auch durch steigende Importe aus den Club-Med-Staaten sowie steigender Touristik-Umsätze notwendige Impulse zu deren Stabilisierung beitragen.

Herzlichen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit, welche ich mit einem Zitat von Berthold Brecht honorieren möchte:

"Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!"

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RE: zurück zur D-Mark?

#3 von kob , 21.06.2012 22:45

Die Wahrheit über den Euro-Crash
Fünf Experten (Karl Albrecht Schachtschneider,Bernd-Thomas Ramb,Wilhelm Hankel, Udo Ulfkotte, Bruno Bandulet ) reden Klartext


[URL=Die Wahrheit über den Euro-Crash ... Fünf Experten reden Klartext: Die Wahrheit über den Euro-Crash - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/news/staats...aid_769470.html]Focus[/URL]

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RE: zurück zur D-Mark?

#4 von Oeconomicus , 04.07.2012 10:58

Soll Deutschland aus dem Euro austreten?

Die Deutschen verstehen die Welt nicht mehr: sie zahlen und haften für die Südländer und sind unbeliebter denn je. Dabei könnten sie den ganzen Ärger auf einen Schlag loswerden, wenn sie die Währungsunion verlassen.

Deutsche Welle - 04.07.2012

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RE: zurück zur D-Mark?

#5 von Oeconomicus , 14.07.2012 00:56

Italien ginge es ohne Euro besser
Studie: Deutschland wäre der größte Verlierer bei Zerfall der Euro-Zone


Ein Verlassen der gemeinsamen Währung hätte für Deutschland etliche negative Folgen, wie die Bank of America in einer Kosten-Nutzen-Analyse veranschaulicht. Ein Austritt wäre hier folgenreicher als beispielsweise bei Griechenland. Italien könnte sogar davon profitieren, die gemeinsame Währung zu verlassen. Das engt den Verhandlungsspielraum für Deutschland ein.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten | 13. Juli 2012, 23:23 Uhr | 2 Kommentare

In diesem Zusammenhang sei an die in der Öffentlichkeit kaum diskutierten Aufwertungs-Effekte hingewiesen, welche im letzten Teil des Aufsatzes “Semantische Abenteuer-WELTen” beleuchtet werden.


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RE: zurück zur D-Mark?

#6 von Oeconomicus , 18.07.2012 10:18

FDP-ExperteD-Mark soll zweite Währung werden


Bild unter Creative Commons-Lizenz - Urheber: Hendriklange

Jürgen Koppelin, FDP-Obmann im Haushaltsausschuss des Bundestages, will die D-Mark wieder einführen – und den Euro als Exportwährung behalten. Auch die Griechen könnten ihre Drachme zurückbekommen.

Welt-Online - 18.07.2012


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ALLIANZ WARNT: Rückkehr zur D-Mark hätte dramatische Folgen

#7 von Oeconomicus , 29.07.2012 22:44

ALLIANZ WARNT
Rückkehr zur D-Mark hätte dramatische Folgen


Ein Abschied vom Euro würde Deutschland sehr teuer zu stehen kommen, warnt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Sollte die Währungsunion auseinanderbrechen, werde der Schock stärker als bei der Lehman-Krise.

Handelsblatt- 29.07.2012, 17:51 Uhr - Kommentare

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