Krisenbeobachtung

IMF auf dem falschen Weg

 von Oeconomicus , 24.04.2012 08:03

IMF auf dem falschen Weg
Brandmauern lösen die Probleme der klammen europäischen Staaten nicht
[...]
«Wo dies nötig wird, um einen Systemzusammenbruch zu vermeiden, müsste auch der Staat einen Teil der Sanierungslast übernehmen.
[...]
Das übergeordnete Ziel müsste sein, dass nicht nur die Steuerzahler für Spaniens Schuldenkrise geradestehen müssen.

(Anm.: Ja, was jetzt? Staat, sprich Steuerzahler, oder die Zocker? - Allein mit hehren Worten ist diesen von der Politik beschützten Räuberbanden nicht beizukommen!)

Von einem solchen Vorgehen, das die Probleme beim Namen nennt und Konsequenzen zieht, scheint die Staatengemeinschaft immer noch weit entfernt zu sein, wie die Ereignisse vom Wochenende erneut gezeigt haben. Es ist eben einfacher, in mühseligen Verhandlungen über zusätzliche Ressourcen für den IMF zu feilschen und sich mit beeindruckenden Summen zu profilieren, als mit Arbeiten an einer Insolvenzordnung für souveräne Staaten eine proaktive Lösung zu suchen.»

[...]

(Anm.: Mit anderen Worten ... solange das Orchester spielt und die Champagner-Vorräte nicht zur Neige gehen, wird die Party fröhlich fortgesetzt, statt dieses Pack in der Gummizelle auf kalten Entzug zu setzen! - Euro-Bond's Protagonisten, wie etwa den IMF-Chefökonomen Oliver Blanchard, Andreas Schockenhoff, Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, oder den Ex-Kommunisten José Manuel Durão Barroso (um nur einige Namen zu nennen), könnte man bei dieser Gelegenheit gleich mit entsorgen!)

Noch ein Wort zu dem in der l'Equipe-Sarkozy spielenden Blanchard:
Wer aus ökonomischer Sicht nicht völlig blind ist, hat erkannt, dass der von den Euro-Junkies so hochgelobte Fiskalpakt nichts anderes ist, als die Vorstufe zu Euro-Bond's. Dieses Instrument soll entgegen populistischer Augenwischerei-Versuchen dazu dienen, das munter weitergehende Deficit-Spending der volkswirtschaftlichen Schwachmaten weiter zu finanzieren.
Einen Vorgeschmack dieser Strategie erkennen wir bereits bei Aufkäufen von Staatsanleihen aus dem Sekundärmarkt durch die EZB.
Man darf getrost annehmen, dass es nach dem Willen aller denkbaren Bewahrer politisch korrekter Deutungshoheiten darum geht, den Beispielen von FED, BoE und BoJ zu folgen und die EZB als Aufkäuferin von Primäranleihen zu mißbrauchen.
Die logische Konsequenz solch abstrusen Gedankengutes: steigende Emissionsnachfrage einhergehend mit Bruch stabilitätsorientierter Fiskalpolitk.
Am Ende des Tages wird das Chaos-Monster Fiskalpakt über die Zwischenstufen Euro-Bond's und Transferunion, mithin zur Schuldenunion. Final wird dieses Konstrukt zur hässlichen Fratze der Inflations-Union mutieren!




23. April 2012, Neue Zürcher Zeitung


Oeconomicus
Beiträge: 1.534
Registriert am: 30.01.2012

Themen Überblick

Betreff Absender Datum
IMF / IWF Oeconomicus 18.04.2012
IWF schließt erstmals Zerfall der Euro-Zone nicht aus Oeconomicus 18.04.2012
weitere IWF-Befürchtungen Oeconomicus 19.04.2012
IWF fordert Einführung von Eurobonds Oeconomicus 20.04.2012
IWF-Kapitalaufstockung Oeconomicus 20.04.2012
IMF auf dem falschen Weg Oeconomicus 24.04.2012
IWF legt offizielle Kontakte zu Athen bis Wahlen auf Eis Oeconomicus 17.05.2012
Lagarde gibt dem Euro drei Monate Oeconomicus 12.06.2012
Krisenmittel werden um 456 Mrd. Dollar aufgestockt Oeconomicus 19.06.2012
IWF offen für neue Kreditverhandlungen mit Athen Oeconomicus 28.06.2012
Länderbericht: IWF fordert Bankenbereinigung Oeconomicus 02.07.2012
IWF kritisiert USA und Deutschland Oeconomicus 03.07.2012
Aussichten für Weltwirtschaft trüben sich weiter ein Oeconomicus 06.07.2012
IWF kritisiert Krisenhandling der Euro-Zone Oeconomicus 18.07.2012
'Nicht frühzeitig vor Euro- und Finanzkrise gewarnt' Oeconomicus 22.07.2012
 

Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen
Datenschutz