Krisenbeobachtung

Sparende Staaten - Wann zerbröckelt die Gesellschaft?

 von Oeconomicus , 05.04.2012 08:42

Sparende Staaten - Wann zerbröckelt die Gesellschaft?

Wenn der Staat kein Geld mehr hat - oder das bisschen, das er hat, falsch verteilt - dann passiert ungefähr dies:
die Städte verfallen, Jugendliche ziehen in verödeten U-Bahnhöfen umher, wo schon lange kein Zug mehr fährt. Die Kanaldeckel auf den Straßen werden auch schon undicht. Das mag klingen wie eine makabre Karikatur – noch.
Aber Anzeichen sehen wir, in Madrid, in Oberhausen, in Athen. Das Problem ist nur: angenommen, der Spar- und Abspeckstaat schwömme irgendwann doch mal wieder im Geld - wäre damit wirklich Wohlfahrt für alle näher gerückt?
BITTE UNBEDINGT ANHÖREN!
Kurzer Auszug:
"Wo hat sie angefangen, die Europäische Krise, die keine Europa-Krise und erst recht keine Euro-Krise sein darf? In Griechenland, das ist klar. Da gab es schon im Dezember 2008 wochenlange Unruhen mit brennenden Barrikaden, Brandbomben, Tränengas und einem erschossenen Schüler! Von Finanzkrise sprach damals kaum jemand. Aber von sozialer Revolte, die jetzt, da Griechenland unter unglaublichen Sparzwängen leidet, unvergleichlich viel Nahrung bekommt. Besonders eindringlich zeigen sich die Auflösungserscheinungen der Zivilisation in einer immer mehr verwahrlosenden Gesundheitsfürsorge.
Thomas Bohrmann über eine Klinik der Hilfsorganisation "Ärzte der Welt" im Norden von Athen ..."

hr2 - Der Tag [52:37 Min]

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dazu ein Gespräch mit Wolfgang Streeck
Wolfgang Streeck ist Geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln und Professor für Soziologie an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität zu Köln. Sein Hauptforschungsthema ist das Spannungsverhältnis zwischen demokratischer Politik und kapitalistischer Wirtschaft. In seinem Buch »Re-Forming Capitalism« analysiert er u.a. die permanenten Versuche des Marktes und seiner Akteure, die Errungenschaften der Sozialen Demokratie rückgängig zu machen und die Gegenreaktion der Gesellschaft. Die Fragen stellte Thomas Meyer.
»Die Gesellschaft wird sich das nicht gefallen lassen«

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Sozialstaat: Tod auf Raten – Ein Gastbeitrag von Ursula Engelen-Kefer
Auch wenn die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer mit im Mittelpunkt bei der Diskussion um den EU-Fiskalpakt steht: Ihre Durchsetzung ist, wenn auch dringend geboten, derzeit unrealistisch, meint Ursula Engelen-Kefer. Nicht länger vernachlässigt werden dürfen die Folgen für die Sozialversicherungen, aus denen, wenn es nach der Bundesregierung geht, die Konsolidierungsanstrengungen geleistet werden sollen, und die damit verbundenen Härten für Arbeitslose, Rentner und Kranke. Die Demokratie droht Schaden zu nehmen.
http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/?p=2881

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Verrohung des Bürgertums
Kathrin Hartmann: "Wir müssen leider draußen bleiben", Blessing Verlag, München 2012, 416 Seiten

In "Wir müssen leider draußen bleiben" hat Kathrin Hartmann viele Mosaiksteine eines verschärften Klassenkampfs von oben zusammengetragen. Rasant geschrieben berichtet sie über ein Land, in dem das Mitgefühl für Arme und Arm-Gemachte verschwunden ist.

Mosaiksteine
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradi...33_de38646e.mp3


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Betreff Absender Datum
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